- Hide menu

Teheran, Stadt der Verbote

dokumentarische Fotografie / Teheran, Iran / Werkbeitrag für Fotografie des Kantons Bern  2010 / Publikation im Magazin Zenit 2012

Teheran, die verbotene Stadt

 

Teheran als pulsierende Hauptstadt-Metropole mit mehr als 15 Millionen Einwohnern stellt die Speerspitze der Jugendbewegungen in Iran dar. Etwa zwei Drittel der Iraner ist unter 25 Jahren und sie blicken auf die Vergangenheit ihrer Eltern unter den letzten Pahlavi- Königen, in der sich auch die Kunst freier ausleben konnte und vor allem westliche Einflüsse eine zentrale Rolle einnahmen. Und sie kennen die Geschichten warum ihre Väter und Mütter den Despoten stürzten, doch sehen auch, dass es für sie nicht besser wurde. Für sie gilt es jetzt möglichst revolutionäre oder religiöse Kunst hervorzubringen und so leben sie in einer aufzehrenden Lebenswirklichkeit zwischen der Vergangenheit, ihren Wünschen und den oft weltfremden Ansprüchen der Islamischen Republik. Um dem zu entgehen spielen sie mit den Behörden ein Versteckspiel, arbeiten mit improvisierter Infrastruktur und versteckten Galerien und Proberäumen. Sie kämpfen um Aufmerksamkeit und gegen das andauernde Verbot, die androhenden Bestrafungen. Dafür höhlen sie die eingrenzenden Gesetze aus und umgehen sie total. Sie sind innovativ und müssen gleichzeitig totgeschwiegen sein. So überraschen sie immer wieder Außenstehende und iranische Behörden mit einer kulturellen Untergrundszene voller Kreativität und Provokation. Dazu gehört eine fordernde Musik-, Theater und Kunstszene. Junge Tehranis sagen daher auch: „Es gibt hier nichts was du Dir nicht vorstellen kannst! Du musst es nur finden.“.

Die Fotoarbeit „Teheran, die Stadt der Verbote“ bietet einen Einblick in diese Lebenswelt, die sonst der Öffentlichkeit verborgen bleibt und zeigt Menschen, die jung und mit der Welt vernetzt ihre Ideen und Projekte vorantreiben. Stefan Maurer, der Fotograf der Arbeit sagte selbst über seine Erfahrung in Teheran: „Am meisten hat mich beeindruckt wie junge Menschen unter diesen schwierigen Umständen den Glauben an das Gute, den Willen und den Humor nicht verlieren. Gleichzeitig ist es beeindruckend, was für teils abartige Subkulturen entstehen, wenn man Menschen unterdrückt.“

Text: Zenith Magazin 2012 / Fotos: Stefan Maurer 2010

Kommentar-Funktion geschlossen